Eilsache: Bis 31. Mai Vorsteuer für Photovoltaikanlage holen

Wer seine Photovoltaikanlage ab 1. April 2012 in Betrieb genommen hat, wird wahrscheinlich einen Teil des Stroms selbst verbrauchen, weil das wirtschaftlich inzwischen sinnvoller ist als die Einspeisung.

Umsatzsteuerlich wird die Photovoltaikanlage dadurch zu einem „gemischt genutzten Wirtschaftsgut“. Man hat dann ein Wahlrecht, es zu 100 Prozent dem Unternehmen zuzuordnen und somit 100 Prozent Vorsteuerabzug in Anspruch zu nehmen. Dieses Wahlrecht muss man aber bis 31. Mai des Folgejahres ausüben.
Beispiel: Otto hat sich im Sommer 2012 eine Photovoltaikanlage auf das Dach seines Privathauses bauen lassen für 20.000 Euro plus 3.800 Euro Mehrwertsteuer. 30 Prozent des Stroms verbraucht er selbst, 70 Prozent speist er ein. Otto gibt seine private Umsatzsteuererklärung 2012 erst im Juli 2013 ab. Damit ist der Vorsteuerabzug komplett verloren, denn Otto hat die Zuordnungsfrist „31. Mai“ des Bundesfinanzhofs für gemischt genutzte Wirtschaftsgüter verpasst (BFH, 15.12.11, V R 48/10, BFH/NV 12, 808). Otto hätte die Umsatzsteuer­erklärung bis 31. Mai 2013 beim Finanzamt einreichen müssen.

Hinweis: Man kann es natürlich auch nach Fristversäumnis noch probieren, weil viele Finanzämter das BFH-Urteil noch nicht kennen. Wer auf Nummer sicher gehen will, gibt die Umsatzsteuererklärung bei 2012 gekauften Photovoltaikanlagen mit nicht 100 prozentiger Stromeinspeisung rechtzeitig vor dem 31. Mai 2013 ab. Bei vollständiger Einspeisung gilt die Frist nicht, weil die Anlage kein „gemischt genutztes Wirtschaftsgut“ ist und automatisch zum Unternehmensvermögen gehört.
Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering