Betriebsrente als Gehaltsumwandlung lohnt meist nicht

Mit betrieblicher Altersversorgung können Vermittler hohe Provisionen verdienen. Eine beliebte Zielgruppe sind Arbeitnehmer, die seit 2002 jährlich vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung, in 2013 also 2.784 Euro, in steuer- und sozialversicherungsfreie Altersvorsorge­produkte umwandeln können.

Bei Verträgen ab 2005 sogar noch weitere 1.800 Euro im Jahr. Das hört sich doch toll an: „Geld aus dem Bruttogehalt statt aus dem Netto­gehalt ansparen“ – oder etwa nicht?

Die Wahrheit sieht anders aus: Der Bamberger Professor Birk hat nachgerechnet und kommt zu ernüchternden Ergebnissen: „Für Beschäftigte, die gesetzlich krankenversichert sind und den Vertrag nach 2005 unterschrieben haben, ist die so genannte Entgeltumwandlung für die Betriebsrente in der Regel nicht rentabel“ (Süddeutsche Zeitung 21.11.12). Nach den Berechnungen des Professors würde ein Rentner mehr bekommen, wenn er aus dem Nettoeinkommen Geld mit 1,75 Prozent Zinsen auf ein Sparkonto eingezahlt hätte.

Warum sind Betriebsrenten in der Regel nicht rentabel?

  1. Die Förderung in der Einzahlungsphase verpufft wieder in der Auszahlungsphase. Denn ab 2040 ist der volle Steuersatz ohne Altersentlastungsbetrag auf die Rente fällig.
  2. Von der Betriebsrente werden Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen.
  3. Auf den umgewandelten Betrag fallen keine Sozialabgaben an. Das ist schön. Aber dadurch fällt die gesetzliche Rente auch ein wenig niedriger aus.
  4. Die Kostenbelastung der verkauften Altersversorgungsmodelle sind zu hoch – und damit ist die Rendite zu niedrig.

Fazit: Haben Sie gesundes Misstrauen gegenüber den Versprechen der Finanz-Vermittler und lassen Sie den Finger von der betrieblichen Altersversorgung. Dadurch vermeiden Sie außerdem Arbeitsaufwand und Haftungsprobleme.

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

Minijob-Grenze wird ab 2013 auf 450 Euro angehoben

Die Reform der Minijobs zum 1. Januar 2013 hat drei Kernpunkte: 1. Die Anhebung der Minijob-Grenze von 400 auf 450 Euro. 2. Die Anpassung der „Gleitzone” von bisher 400,01 bis 800,00 auf künftig 450,01 Euro bis 850,00 Euro Arbeitslohn und 3. die Umkehrung der Rentenversicherungsoption für alle neu aufgenommenen Minijobs und alle, die ab Januar 2013 auf 400,01 bis maximal 450 Euro erhöht werden.

Warum die Änderung bei der Rentenversicherung? Schon seit 2003 gab es die Möglichkeit für Minijobber, freiwillig Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen. Kaum ein Minijobber hat aber jemals freiwillig dazu optiert. Einen Nutzen bringt die freiwillige Zahlung an die Rentenversicherung vor allem im Hinblick auf das Sammeln von Wartezeiten, da auch Minijobmonate als vollwertige Wartemonate gelten.

Jemand nimmt einen neuen Minijob ab 2013 auf:
Dann werden dem Arbeitnehmer künftig automatisch 3,9 Prozent Rentenversicherung abgezogen. Er kann aber ausdrücklich schriftlich gegenüber dem Arbeitgeber erklären, dass er die Versicherungsfreiheit wünscht. Dann wird nichts abgezogen.

Der Arbeitgeber muss wie bisher abführen: 15 Prozent pauschale Rentenversicherung, 13 Prozent Krankenversicherung (nur für Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse, egal ob selbst oder mit versichert) und zwei Prozent pauschale Lohnsteuer.

Erhöhung des Lohns auf einen Wert zwischen 401 und 450 Euro: Hier werden bisher versicherungsfreie Jobs rentenversicherungspflichtig.

Praxis-Beispiele:

  • Frau X hat seit 2010 einen Minijob mit 400 Euro und bisher nicht erklärt, dass sie Rentenversicherungsbeiträge zahlen will. Der Lohn bleibt ab 2013 bei 400 Euro. Für Frau X ändert sich nichts, sie bekommt weiterhin 400 Euro ausgezahlt.
  • Frau Y nimmt ab Januar 2013 erstmals einen Minijob auf. Für sie gilt die neue Regelung der automatischen Option zur Rentenversicherungspflicht. Es sei denn, Frau Y teilt ihrem Arbeitgeber mit, dass sie Versicherungsfreiheit wünscht. Die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht kann jederzeit beantragt werden. Die Befreiung wirkt grundsätzlich ab Beginn des Kalendermonats, in dem der Antrag beim Arbeitgeber eingeht. Der Arbeitgeber soll der Minijob-Zentrale die Befreiung bis zur nächsten Lohnabrechnung melden, spätestens aber innerhalb von sechs Wochen.
  • Herr Z hat einen Minijob mit 380 Euro, der ab Januar auf 450 Euro erhöht wird. Bisher hat Herr Z nicht erklärt, dass er Rentenversicherungsbeiträge zahlen will. Ab 2013 wechselt er automatisch in die Rentenversicherungspflicht (3,9 Prozent Abzug vom Lohn), außer er erklärt seinem Arbeitgeber schriftlich, dass er weiterhin versicherungsfrei sein will.
  • Frau A hat einen Minijob mit bisher 400 Euro und hat früher bereits einmal erklärt, dass sie freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen will. Ihr Arbeitslohn wird auf 450 Euro erhöht. Frau A kann nicht mehr erklären, dass sie Versicherungsfreiheit wünscht. In diesem Minijob bleibt sie bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses rentenversicherungspflichtig.
  • Die alleinerziehende Frau B arbeitet seit 2008 voll sozialversicherungspflichtig für 450 Euro Monatslohn. Der Lohn bleibt auch 2013 bei 450 Euro. Folge: Frau B bleibt grundsätzlich für eine Übergangszeit bis zum 31. Dezember 2014 versicherungspflichtig in allen Zweigen der Sozial­versicherung. Sie kann sich durch eine schriftliche Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber von der Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung befreien lassen. Eine Befreiung von der Rentenversicherung ist erst ab 2015 möglich, wenn das Arbeitsentgelt dann immer noch unter 450,01 Euro monatlich liegt.

 

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

Wenn der „falsche“ Ehegatte das Darlehen aufnimmt

Folgendes ist eine merkwürdige Konstellation, die aber in der Praxis immer wieder auftritt: Zum Beispiel die Ehefrau kauft ein Mietshaus, aber den Kredit zu dessen Finanzierung nimmt der Ehemann auf. Das Finanzamt gab sich in solchen Fällen häufig wenig kulant. Die Frau könne die Schulden bzw. die Schuldzinsen nicht absetzen, weil sie den Kredit nicht aufgenommen habe. Der Mann könne die Zinsen auch nicht absetzen, weil er keine Mieteinkünfte habe.

Neues Urteil des Bundesfinanzhofs: Die Ehefrau kann die Schulden dann absetzen, wenn sie die gesamtschuldnerische Haftung für das Darlehen ihres Ehemannes übernommen hat. Sie muss also gegenüber der Bank erklärt haben, dass sie im Zweifel für die Zinsen und Tilgung haften würde. Wer den Kredit tatsächlich bedient, ist dann egal. (BFH, 20.06.12, IX R 29/11, juris)

 

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

So delegieren Sie erfolgreich

Wer alles selber machen will, wird Gefangener von 70-Stunden-Wochen und versperrt seinem Unternehmen die Chance auf eine positive Entwicklung. Delegieren ist die Voraussetzung für erfolgreiches Wachstum. Durch Delegation gewinnen Sie Zeit, um sich mit Dingen zu beschäftigen, die über das Alltagsgeschäft hinausgehen. Zum Beispiel mit der Zukunft Ihrer GmbH. Aber auch das Delegieren muss man richtig anpacken.

1. Analyse des betreffenden Aufgabenbereichs: Ein erfreulicher Neben­effekt dieser genauen Analyse ist das Hinterfragen eingefahrener Arbeitsroutinen. Oft stellt sich dann heraus, dass diese problemlos zu vereinfachen sind. Alleine das genaue Hinsehen lässt Sie neue Ansätze zur Erledigung und Aufteilung entdecken.

2. Auswahl des richtigen Mitarbeiters: Sie müssen klären, für welche Aufgabe Sie welche Qualifikation suchen. Dazu muss die zu delegierende Aufgabe also erst einmal klar formuliert sein. Das macht deutlich, welche Fähigkeiten für deren Erfüllung notwendig sind.

3. Gegenseitiges Vertrauen ist Voraussetzung fürs Delegieren: Wenn Sie eine Aufgabe an einen Mitarbeiter delegieren, dann tun Sie das im Vertrauen darauf, dass dieser alles tun wird, um die Aufgabe optimal zu erfüllen. Ihr Mitarbeiter wird umgekehrt darauf vertrauen, dass Sie ihm keine Aufgabe übertragen, die er nicht erfüllen kann. Er muss sich „trauen“ dürfen, Sie anzusprechen, sobald Schwierigkeiten oder Unklarheiten auftauchen. Umgekehrt sind Sie dem Mitarbeiter schuldig, ihm Feedback darüber zu geben, ob Sie mit der Erledigung der abgegebenen Aufgabe zufrieden waren.

Vorteile des Delegierens: Sie erhöhen die Qualität Ihrer Arbeit, weil Sie sich auf Ihre Führungs­aufgaben konzentrieren können. Und Sie erhöhen die Motivation Ihrer Mitarbeiter. Denn durch Delegieren wird deren Arbeitsplatz interessanter und abwechslungsreicher. Sie nutzen die Potenziale vieler. Das Wissen in Ihrem Unternehmen wird damit auf eine breitere Basis gestellt.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich

Steuerberater für Germering

Wie Sie kurz vor Jahresende sinnvoll Steuern sparen

Kurz vor Jahresende können Sie noch sinnvoll Steuern sparen, wenn Sie Krankenversicherungs-Beiträge für 2013 vorauszahlen. Das Steuergesetz erlaubt es, maximal das Zweieinhalbfache an Krankenversicherungs-Beiträgen vorauszuzahlen und sofort abzusetzen. (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 4 EStG

Es kann sich steuerlich lohnen, alle zwei Jahre das Doppelte zu zahlen und dann ein Jahr auszusetzen. Wenn man zum Beispiel also in geraden Jahren immer die Krankenversicherungsprämie für das Folgejahr vorauszahlt, erreicht man dadurch in den ungeraden Jahren das Absetzen von Berufsunfähigkeit-, Unfall-, Haftpflicht- und Risikoversicherungen, die sonst wegen Überschreitens der Höchstgrenze unter den Tisch fallen.

Der Hintergrund: Man kann entweder maximal 2.800 Euro für Kranken-, Pflege-, Berufsunfähigkeit-, Unfall-, Haftpflicht- und Risikoversicherungen absetzen oder aber nur den Basiskrankenversicherungsschutz (ohne Komfortleistungen) und die Pflegeversicherung, das aber ohne Beschränkung (§ 10 Abs. 4 EStG). Wer also höhere Krankenversicherungsbeiträge zahlt, kann diese zwar absetzen, aber alle anderen oben genannten Versicherungen fallen dann unter den Tisch.

Diesen Effekt kann man durch die Voraus­zahlung vermeiden, weil man dann im nächsten Jahr ohne Krankenversicherungsbeiträge die vollen 2.800 Euro frei hat.

Zahlenbeispiel: Stefan (ledig + selbständig) zahlt für seine private Krankenversicherung monatlich 500 Euro, davon 100 Euro für Komfortleistungen (Einbettzimmer usw.). Außerdem zahlt er im Monat 230 Euro für eine Risiko-Lebensversicherung. Stefan zahlt 2012 (und alle folgenden geraden Jahre) die Krankenversicherungs-Beiträge für das Folgejahr voraus und kann in geraden Jahren 9.600 Euro absetzen (Basisschutz 400 Euro x 24). Dadurch erreicht er in den ungeraden Jahren den Abzug seiner Lebensversicherung (2.760 Euro), die sonst unter den Tisch gefallen wäre. Der Trick spart also alle zwei Jahre bis zu 1.222 Euro Steuern.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich

Steuerberater für Germering

So sichern Sie sich die Steuerfreiheit für EU-Exporte

Der CMR-Frachtbrief ist ein international vereinheitlichtes Dokument für die Versendung von Gütern über Speditionen. Das Feld 24 dieses Frachtbriefs enthält eine Empfangsbestätigung des Empfängers. Eine Unterschrift in diesem Feld ist zwar keine zwingende materielle Voraussetzung für die Umsatzsteuerbefreiung, es sollte aber für „Zweifelsfälle“ ausgefüllt sein.

Tipp: Lassen Sie sich also am besten stets den CMR-Frachtbrief mit ausgefülltem und unterschriebenem Feld 24 zurückfaxen bzw. -mailen.

Denn ein Zweifelsfall tritt schnell auf: Nämlich immer dann, wenn ein Finanzbeamter zu Ihnen kommt und zweifelt.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich

Steuerberater für Germering

Tipps zur Weihnachtsfeier 2012

Den Betriebsausgabenabzug haben Sie für die Kosten der Feier stets in voller Höhe und unbegrenzt. Das ist nie das Problem. Fallstricke lauern an ganz anderen Stellen:

Lohnsteuer vermeiden: Die Teilnahme an der Weihnachtsfeier kostet Ihre Mitarbeiter keine Lohnsteuer, wenn die Kosten je Arbeitnehmer maximal 110 Euro betragen. Wohlgemerkt: Je Arbeitnehmer, nicht je Teilnehmer. Wenn also Arbeit­nehmer Angehörige mitbringen, müssen Sie erst die Kosten je Teilnehmer ausrechnen, dann jedem Arbeitnehmer die von ihm gebrachten Gäste zurechnen und dann die 110-Euro-Grenze prüfen.

110 Euro überschritten? Halb so schlimm! Es gibt die Möglichkeit, teure Weihnachtsfeiern mit 25 Prozent pauschal zu versteuern, wodurch auch Sozialversicherungsfreiheit eintritt. Das Gleiche ist dann notwendig, wenn zwar die 110 Euro je Arbeitnehmer eingehalten werden, aber es im Jahr 2012 insgesamt mehr als zwei Betriebsveranstaltungen gab. Steuerfrei sind nämlich maximal zwei pro Jahr möglich. Tipp: Für die Lohnsteuerpauschalierung sucht man sich nicht unbedingt die letzte, sondern stets die billigste Feier aus.

Mehrtägige Weihnachtsfeiern: Angenommen, Sie fahren mit Ihren Mitarbeitern über Nacht auf eine Skihütte o. ä., dann ist auch das lohnsteuerfrei, sofern Sie die 110-Euro-Grenze einhalten. (R 19.5 Abs. 3 Satz 2 LStR)

Kleine Geschenke auf der Weihnachtsfeier: Geschenke bis 40 Euro brutto werden in die 110-Euro-Grenze eingerechnet und bleiben somit lohnsteuerfrei, sofern insgesamt die 110 Euro eingehalten werden.

Teure Geschenke auf der Weihnachtsfeier: Geschenke über 40 Euro müssen Sie stets pauschal versteuern, dafür zählen sie aber bei der 110-Euro-Grenze nicht mit.

Weihnachtsgeschenke außerhalb der Weihnachtsfeier: Solche Weihnachtsgeschenke sind stets in voller Höhe lohnsteuer- und sozialver­sicherungspflichtig. Nur bei „Geschenken anlässlich einer Betriebsveranstaltung“ gibt es die Möglichkeit, die Lohnsteuer zu pauschalieren.

Goldmünzen als Weihnachtsgeschenk auf der Weihnachtsfeier?
Die steuer­günstigen Vorschriften gelten nur für Sachgeschenke. Man könnte zwar trefflich drüber streiten, ob eine Goldmünze eine Sache oder Geld ist, Finanz­ämter und Sozialversicherungsträger sehen Goldmünzen jedoch definitiv als „Geld“ an. Fazit: Keine Steuerfreiheit und keine Pauschalsteuer möglich.

Herzliche Grüße

Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich

Steuerberater für Germering

Wichtige Grenzbeträge im Steuerrecht

Grenzbeträge sind im Steuerrecht oft sehr wichtig und werden häufig durchein­andergebracht. Diese sollten Sie kennen:

Zehn Euro netto: Geschenke bis 10,00 Euro netto gelten als Streuwerbe­­artikel. Folge: Sie sind beim Empfänger nicht steuerpflichtig und man muss die Namen der Empfänger nicht notieren.

35 Euro netto: Diese Netto-Freigrenze gilt für Geschenke an Geschäftspartner. Geschenke dürfen höchstens bis zu dieser Grenze pro Kopf und Jahr als Betriebsausgabe abgezogen werden. Ein Cent darüber, und das Geschenk ist nicht abzugsfähig. Verpackungs- und Versandkosten erhöhen die Bemessungsgrundlage nicht. Vorsicht: Geschenke sind beim Empfänger steuerpflichtig! (ausgenommen Streuwerbeartikel bis zehn Euro; s. o.).

40 Euro brutto: Diese Grenze gilt für Geschenke an Mitarbeiter aus persönlichem Anlass (Geburtstag, Verlobung, usw.) und kann pro Jahr mehrfach genutzt werden. Ebenso muss diese Betragsgrenze zur Lohnsteuerfreiheit eingehalten werden bei Bewirtungen von Arbeitnehmern aus betrieblicher Veranlassung (zum Beispiel, um schnellere Weiterarbeit nach dem Essen zu gewährleisten).

44 Euro brutto: Diese Bruttofreigrenze gilt für steuerfreie Sachbezüge. Jeder Mitarbeiter kann im Monat maximal steuerfreie Sachbezüge (zum Beispiel Benzingutschein, Warengutschein) bis 44 Euro brutto erhalten. Ein Cent mehr und alles ist steuerpflichtig. 50 Euro: Seit 2004 veraltete Freigrenze.

72/75/80 D-Mark: Veraltete Grenzbeträge für Geschenke, die manche alten Buchhaltungshasen nur schwer aus dem Unterbewusstsein verdrängen können.

110 Euro brutto: Das ist die Bruttofreigrenze der maximalen Kosten je Arbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen (Weihnachtsfeier, Betriebsausflug usw.), bis zu der keine Lohnsteuer anfällt.

150 Euro netto: Das ist die Grenze für das geringwertige Wirtschaftsgut (GWG), wenn man die so genannte „Poolbewertung“ (von 150,01 bis 1.000,00 Euro netto) nutzen will.

150 Euro brutto: Für den Vorsteuer­abzug sind bei Rechnungen bis 150 Euro brutto (Kleinbetragsgrenze) folgende Angaben entbehrlich: Nettobetrag, Mehrwertsteuerbetrag in Euro und Cent, Rechnungsempfänger, Rechnungs- und Steuernummer. Sehr wohl müssen aber vorhanden sein: Vollständiger Name und Adresse des Rechnungsausstellers, Ausstellungsdatum, Bezeichnung der gelieferten Gegenstände und der Steuersatz (z. B. „19 % USt.“).

400 Euro brutto wie netto: Das ist die Obergrenze für den Monatslohn eines Minijobbers. Der vom Bundestag beschlossenen Anhebung auf 450 Euro muss der Bundesrat noch zustimmen.

410 Euro netto: Die alte und seit 2010 wahlweise wieder anwendbare Grenze für das geringwertige Wirtschaftsgut.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich

Steuerberater für Germering

Teure Fallen bei der steuerbegünstigten Erholungsbeihilfe

Einmal im Jahr kann man Mitarbeitern eine sozialversicherungsfreie Beihilfe geben, auf die nur 25 Prozent Pauschalsteuer fällig wird. Der Mitarbeiter kann 156 Euro bekommen und zusätzlich kann man drauflegen: für den Ehegatten 104 Euro und für jedes Kind 52 Euro.
Wenn beide Ehegatten im gleichen Betrieb arbeiten, kann jeder die vollen Beträge erhalten. Auch GmbH-Geschäftsführer können diese Leistung bekommen, sofern sie im Geschäftsführer-Anstellungsvertrag vorgesehen ist und von der Gesellschafterversammlung genehmigt wurde.
Zwei Dinge dürfen allerdings nicht passieren:

1. Falle – Betragsgrenze überschreiten: Die Regelung im § 40 Abs. 2 Nr. 3 EStG ist eine Freigrenze. Ein Euro Überschreitung führt also zur vollen Steuer- und Sozialversicherungspflicht. Das kann vor allem passieren, wenn man ein Kind berücksichtigt, welches seine Ausbildung schon beendet hat und damit nicht mehr als „Kind“ gilt.

2. Falle – Beträge mehrmals im Jahr ausbezahlen:
Wer im Sommer und zu Weihnachten eine Erholungsbeihilfe in der genannten Höhe gewährt, der überschreitet ebenfalls die Betragsgrenzen. Ergebnis: Volle Steuer- und Sozialversicherungspflicht.

3. Falle, die gar keine ist? Laut Gesetzeswortlaut sollen Sie „sicherstellen, dass das Geld zu Erholungszwecken verwendet wird“. Das ist natürlich gar nicht möglich, ohne dem Mitarbeiter hinterher zu spionieren. Daher wurde bereits gerichtlich festgestellt, dass man diese Anforderung folgenlos miss¬achten kann (FG Köln, 04.06.96, EFG 1997, 110). Problematisch ist allenfalls die Auszahlung in zwölf Monatsraten, wenn alle Mitarbeiter am Jahresende eine gleichlautende Formular-Erklärung „Ja, ich habe mich erholt.“ ausfüllen (FG Niedersachsen, 16.06.11, EFG 2012, 213). Unser Rat: Erholungsbeihilfe kurz vor dem Urlaub auszahlen mit Quittung „Ich verpflichte mich, die Erholungsbeihilfe zu Erholungszwecken einzusetzen.“. (Az. BFH XI R 55/11)

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

Die Künstlersozialabgabe lauert, wo sie kaum einer vermutet

Die Künstlersozialabgabe ist eigentlich eine gute Erfindung, weil sie Künstlern einen Zugang zur Kranken- und Rentenversicherung ermöglicht. Höchst fragwürdig ist allerdings das Prinzip, dass Unternehmen auch für Leistungen Künstlersozialabgabe zahlen müssen, bei denen der „Künstler“ längst versichert ist und durch die Abgabe auch keinen weiteren Schutz erlangt.
Beauftragen Sie beispielsweise Ihren Schullehrer damit, für Ihre Kundenzeitschrift ein paar Beiträge über Ihr Unternehmen zu verfassen, so gilt das als „künstlerisch“ und Sie müssen für dieses Honorar 3,9 Prozent Künstlersozialabgabe zahlen (2013: 4,1 Prozent). Obwohl natürlich Ihr Lehrer niemals Leistungen aus der Künstlersozialkasse beziehen wird.

Weitere überraschende Beispiele für das Auftreten der Abgabepflicht:• ein selbstständiger Grafikdesigner macht Ihre Homepage neu,
• ein Designer entwirft eine neue Produktverpackung für Sie,
• ein Hotel engagiert regelmäßig einen Klavierspieler für die Hotelbar,
• ein pensionierter Beamter (nebenberuflich tätig und gar nicht über die Künstlersozialkasse versichert) schreibt Artikel für Ihre Firmenhomepage.

Tipp: Eine umfassende Informationsschrift der Künstlersozialkasse, die alle nur denkbaren abgabepflichtigen Tätigkeiten nennt, finden Sie hier zum Download .

Schummeln kann teuer werden: Wer sich „künstlerische“ Leistungen einkauft, ohne die Abgabe zu zahlen, riskiert im Extremfall ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro. Tipp: Wird eine GmbH tätig (also eine Designer-GmbH statt eines Einzelunternehmer-Designers) so entfällt die Künstlersozialabgabe für den Auftraggeber.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering