Betriebsrente als Gehaltsumwandlung lohnt meist nicht

Mit betrieblicher Altersversorgung können Vermittler hohe Provisionen verdienen. Eine beliebte Zielgruppe sind Arbeitnehmer, die seit 2002 jährlich vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung, in 2013 also 2.784 Euro, in steuer- und sozialversicherungsfreie Altersvorsorge­produkte umwandeln können.

Bei Verträgen ab 2005 sogar noch weitere 1.800 Euro im Jahr. Das hört sich doch toll an: „Geld aus dem Bruttogehalt statt aus dem Netto­gehalt ansparen“ – oder etwa nicht?

Die Wahrheit sieht anders aus: Der Bamberger Professor Birk hat nachgerechnet und kommt zu ernüchternden Ergebnissen: „Für Beschäftigte, die gesetzlich krankenversichert sind und den Vertrag nach 2005 unterschrieben haben, ist die so genannte Entgeltumwandlung für die Betriebsrente in der Regel nicht rentabel“ (Süddeutsche Zeitung 21.11.12). Nach den Berechnungen des Professors würde ein Rentner mehr bekommen, wenn er aus dem Nettoeinkommen Geld mit 1,75 Prozent Zinsen auf ein Sparkonto eingezahlt hätte.

Warum sind Betriebsrenten in der Regel nicht rentabel?

  1. Die Förderung in der Einzahlungsphase verpufft wieder in der Auszahlungsphase. Denn ab 2040 ist der volle Steuersatz ohne Altersentlastungsbetrag auf die Rente fällig.
  2. Von der Betriebsrente werden Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen.
  3. Auf den umgewandelten Betrag fallen keine Sozialabgaben an. Das ist schön. Aber dadurch fällt die gesetzliche Rente auch ein wenig niedriger aus.
  4. Die Kostenbelastung der verkauften Altersversorgungsmodelle sind zu hoch – und damit ist die Rendite zu niedrig.

Fazit: Haben Sie gesundes Misstrauen gegenüber den Versprechen der Finanz-Vermittler und lassen Sie den Finger von der betrieblichen Altersversorgung. Dadurch vermeiden Sie außerdem Arbeitsaufwand und Haftungsprobleme.

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering