Vorsicht bei Mitarbeiternamen in der Rechnung

Bei Online-Bestellungen wird oftmals der Name des bestellenden Mitarbeiters abgefragt. Manchmal taucht dieser dann an kurioser Position in der Rechnungsadresse wieder auf.
Beispiel:
Frau Andrea Muster
Mustermann GmbH
Muster Straße 123
80331 München

Problem: Hier stellt sich die Frage, ob diese Rechnung nun an Frau Andrea Muster oder an die Mustermann GmbH gerichtet ist. Der Bundesfinanzhof sieht die Sache eigentlich gar nicht einmal so streng und urteilt: „Es ist jede Bezeichnung ausreichend, die eine eindeutige und leicht nachprüfbare Feststellung des Namens und der Anschrift des Leistungsempfänger ermöglicht.“ (BFH, 02.04.97, V B 26/96, BStBl. 97 II, 443)

Verwechslungsgefahr muss ausgeschlossen sein: Es muss die Gefahr ausgeschlossen sein, dass ein- und dieselbe Rechnung von zwei Unternehmern geltend gemacht wird.

Höchst problematisch wird es z. B., wenn es nun in München eine Einzelfirma „Andrea Muster“ gibt und fraglich ist, ob nun diese Rechnung an die Mustermann GmbH oder an diese Einzelfirma gerichtet war.

Unser Rat: Vermeiden Sie derlei Diskussionen von vornherein. Völlig unproblematisch wäre z. B. folgende Adressierung:
Mustermann GmbH
z. Hd. Frau Andrea Muster

Hier ist jede Diskussion mit einem Prüfer ausgeschlossen. Vorsicht: Definitiv keinen Vorsteuerabzug gibt es bei Rechnungen, die nur an den Mitarbeiter gerichtet sind, wie das gerade bei Hotelübernachtungen immer wieder vorkommt.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

Bei kostenloser Wohnungsüberlassung: Schenkungssteuer?

Kostet eine kostenlose Wohnungsüberlassung Schenkungssteuer? Das kommt darauf an, ob man zum Unterhalt der betreffenden Person verpflichtet ist. Falls ja, fällt keine Schenkungsteuer an.

Beispiel: Vater überlässt gratis Wohnung an studierende Tochter. Sind Sie nicht zum Unterhalt der betreffenden Person verpflichtet (z. B. Wohnungsüberlassung an notorisch klammen Bruder), gilt die Gratis-Überlassung als Schenkung in Höhe der ersparten Miete.

Beachten Sie: Eine Steuerpflicht auf fiktive Mieten, die man gar nicht bekommen hat, gibt es nicht. Stets macht die kostenlose Überlassung aber den Abzug sämtlicher Kosten (Unterhaltskosten, Zinsen, Abschreibung) zunichte.

Ihr Steuerberater für Germering
Alfred Gesierich