Kann man einen Anzug steuerlich absetzen?

Früher gab es einmal ein Aufteilungsverbot im Steuergesetz, das besagte, dass, wenn man etwas sowohl privat als auch beruflich nutzen kann, man  nichts absetzen könne. Das wurde inzwischen aufgegeben. Wer zum Beispiel zwei Wochen nach USA fliegt, davon eine Woche geschäftlich und eine Woche touristisch, kann die Hälfte der Kosten absetzen.

Nun wollte jemand seine Anzüge absetzen mit dem Argument, dass er diese zu 90 Prozent geschäftlich trage. Dazu der Bundesfinanzhof: Prinzipiell kann man das vielleicht aufteilen, aber Ausgaben für Kleidung hat der Gesetz­geber mit dem Grundfreibetrag (8.354 Euro ab 2014) schon abgedeckt. Damit ist ein Abzug in diesem Fall nicht möglich. (BFH, 13.11.13, VI B 40/13, juris)

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

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Wie Sie die Weihnachtsfeier steuerlich optimal gestalten

Bei Ihrer Weihnachtsfeier-Gasthausrechnung sollten Sie dies beachten: Rechnungen über 150 Euro müssen an Ihr Unternehmen adressiert sein. Das gilt auch für Restaurantrechnungen. Dass das 99 Prozent der Gastwirte immer noch nicht begriffen haben, ändert daran nichts.

Handschriftlicher Adress-Eintrag ist OK: Die Rechnung muss zwar maschinell erstellt und registriert sein, die Adresse kann der Wirt oder Kellner aber auch handschriftlich eintragen. Sie selber dürfen die Adresse nicht eintragen, das darf nur der Rechnungsaussteller. Die übrigen Rechnungsangaben sind auf Restaurantrechnungen normalerweise ohnehin vorhanden, nämlich Rechnungsnummer, Steuernummer und Name und Anschrift des Restaurant­inhabers.

Achtung: „Gasthaus Zur Post“ reicht nicht. Es muss schon der Betreiber angegeben sein, zum Beispiel „Gasthaus Zur Post Betriebs GmbH“ oder „Gasthaus Zur Post, Inhaber Alois Holzmüller“.

Zuordnung der verzehrten Speisen: Bei der Weihnachtsfeier müssen Sie nicht minutiös erfassen, wer was gegessen hat, sondern es wird der Gesamtbetrag geteilt durch die Anzahl der Teilnehmer. Nur was Ihre Arbeitnehmer essen, wird einbezogen in die Prüfung der 110-Euro-Grenze. Was mitgebrachte Angehörige essen, soll aufgrund zweier neuen BFH-Urteile unter den Tisch fallen. (BFH, 16.05.13, VI R 94/10 und VI R 7/11/DStR 13, 2170 und 2172)

Nochmals zur Klarstellung:
Bei der Prüfung der 110-Euro-Grenze je Arbeitnehmer bei der Weihnachtsfeier sind nun nur noch Kosten einzubeziehen, die beim Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil auslösen. Das sind nur solche Leistungen, die der Teilnehmer unmittelbar konsumieren kann, wie zum Beispiel Geschenke, Essen und Trinken. In die Prüfung der 110-Euro-Grenze sind nun nicht mehr einzubeziehen: Musik, Saalmiete, Eventmanager, Zelt usw.

Hinweis: Diese Urteile wurden zwar noch nicht im Bundessteuerblatt abgedruckt, sind also im Moment noch nicht verbindlich für die Finanzämter und Lohnsteuerprüfer. Sie als Steuerzahler können sich aber durchaus darauf berufen.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

Investitionsabzug: Wann Sie keinen Strafzins bezahlen

Für geplante Investitionen der nächsten drei Jahre können Sie schon vorher bis zu 200.000 Euro abschreiben. Um Mitnahme-Effekte zu vermeiden (bloßes Ausnutzen der Steuererstattung auf Zeit ohne echte Investitionsabsicht) hat der Gesetzgeber im Gesetz einen sechsprozentigen Strafzins vorgesehen. Dieser Strafzins konnte aber wegen einer Formulierungspanne im Gesetz so gut wie nie festgesetzt werden. (Das hat die Finanzämter freilich nicht daran gehindert, es immer wieder zu probieren.)

Die Panne wurde nun im Gesetz behoben – das gilt aber erst ab Steuerjahr 2013 (§ 7g Abs. 3 Satz 4 EStG).

Tipp: Lösen Sie alte Investitionsabzugsbeträge (IAB), bei denen inzwischen die Absicht zu investieren aufgeben wurde, in der Steuererklärung 2012 auf! Denn da darf das Finanzamt noch keinen Strafzins kassieren.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

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Golfturnier geht nicht als Betriebsausgabe

Golfspielen ist bei vielen Unternehmern ein beliebter Sport. Insofern kann man durch die Veranstaltung eines Golfturnieres mit anschließender Abendveranstaltung gut Kunden akquirieren. Trotzdem darf man die Kosten nicht als Betriebsausgabe absetzen.

Aus einem aktuellen Urteil: „Bei der Veranstaltung eines Golfturnieres ist es unbeachtlich, ob die Anbahnung von Geschäftsabschlüssen bzw. die Werbung für das Unternehmen im Vordergrund gestanden hat. Für die Streichung des Betriebsausgabenabzugs reicht es aus, wenn die Möglichkeit besteht, dass Geschäftsfreunde unterhalten werden oder dass man privaten Neigungen nachgeht.“ (FG Hessen, 22.05.13, 11 K 1165/12, EFG 13, 1477)

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

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Steuerfreie Überlassung, von PC, iPhone & Co

Elektronikgeräte kann man als Arbeitgeber steuerfrei überlassen (§ 3 Nr. 45 EStG) und steuer­begünstigt verschenken (§ 40 Absatz 2 EStG) – aber es gibt einige Stolperstricke. Im Folgenden habe ich Ihnen die häufigsten Fragen meiner Mandanten zum Thema zusammengestellt:

Muss das Gerät betrieblich genutzt werden? Nein, auch zu 100 Prozent privat genutzte Geräte sind begünstigt. Es muss auch keinen betrieblichen Grund für die Überlassung geben.

Muss das Gerät im Betrieb sein? Nein – zumal Mobiltelefone ja mobil sind. Auch das steuerfreie Firmen-iPad kann auf dem Wohnzimmertisch liegen  und bleibt dennoch steuerfrei.

Kann ich das Handy/iPad auch verschenken?
Ja, aber nicht steuerfrei, sondern mit 25 Prozent Pauschalsteuer. Und auch nur zusätzlich zum Gehalt. Eine Umwandlung von Urlaubsgeld in ein geschenktes Smart­phone geht also nicht.

Kann der Arbeitnehmer auf Gehalt verzichten, um ein Smartphone, das im Eigentum der Firma bleibt, zu bekommen? Ja, anders als bei der Schenkung kann die steuerfreie Über­lassung auch durch Umwandlung von regulärem Gehalt erfolgen.

Kann auch ein freier Mitarbeiter/selbstständiger Handelsvertreter ein steuerfreies Smartphone bekommen?
Nein, die Steuerbefreiung gibt es nur für Arbeitnehmer im lohnsteuerlichen Sinne.

Welche Geräte sind genau befreit? Früher galt die Befreiung nur für „betriebliche PCs und Telekommunikationsgeräte“. 2012 wurde das ausgedehnt auf „Datenverarbeitungsgeräte“. Damit fallen nun auch ganz klar tablet-Computer (z. B. iPad), Smartphones (z. B. iPhone, Samsung Galaxy) und tragbare Navigationsgeräte unter den Begriff.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

Steuern sparen: Kapitalvermögen auf Kinder verlagern

Der Grundfreibetrag ist dieses Jahr auf 8.130 Euro gestiegen. Wenn man hier noch den Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro und den Sonderausgabenpauschbetrag von 36 Euro dazurechnet, kann ein Kind pro Jahr Zinsen in Höhe von 8.967 Euro steuerfrei beziehen. Eltern mit umfangreichen Kapital­einkünften können also Steuern sparen, indem sie Kapitaleinkünfte auf die Kinder übertragen.

Hinweis: Auch wenn das Kind volljährig ist und die Kapitaleinkünfte über 8.967 Euro liegen, riskiert man steuerlich nichts mehr, weil seit 2012 die Einkünfte des Kindes beim Kinderfreibetrag keine Rolle mehr spielen.

Damit das Finanzamt mitspielt, muss die Schenkung zivilrechtlich wirksam sein. Das Depot muss auf den Namen des Kindes lauten und die Eltern dürfen auf Kapital und Zinsen nur für Ausgaben zurückgreifen, die eindeutig das Kind betreffen. Die Verfügungsgewalt des Kindes darf nicht eingeschränkt sein. Es gilt: „Geschenkt ist geschenkt“. Und stets besteht die Gefahr, dass das Kind beim 18. Geburtstag das Geld für einen Ferrari (o. ä.) ausgibt.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

Wie gefährlich sind geschätzte Steuerbescheide?

Wer seine Steuererklärungen trotz Mahnung hartnäckig nicht abgibt, bei dem schätzt das Finanzamt früher oder später die Besteuerungsgrundlagen.

Einspruch notwendig? Falls der Schätzungsbescheid keinen Vermerk des „Vorbehalts der Nachprüfung nach § 164 AO“ enthält, muss innerhalb eines Monats Einspruch eingelegt werden. Sonst wird selbst eine zu hoch erfolgte Schätzung bestandskräftig, und man muss die zu hohen Steuern auch dann zahlen, wenn man eine Steuererklärung mit niedrigerem Gewinn nachreicht.

Ausnahme: Das Finanzamt unterstellt Ihnen ohne jeden Anhaltspunkt Einkünfte einfach so ins Blaue hinein. Gerichtlich entschieden wurde das für den Fall von Zinsen in Höhe von 150.000 Euro, die das Finanzamt „frei erfunden“ hatte, um den Steuerzahler unter Druck zu setzen. Solch eine (Fehl-)Schätzung ist nichtig und wird nicht rechtswirksam (FG Münster, 25.04.06, 11 K 1172/05, EFG 2006, 1130). Das ist aber der Ausnahmefall – sonst werden auch Schätzungen mit Sicherheitszuschlag bestandskräftig, sofern Sie nicht Einspruch einlegen.

Tipp: Legen Sie Einspruch immer am Ende der Einspruchsfrist ein, weil meist postwendend die Ankündigung des Finanzamts folgt, dass der Einspruch als unbegründet verworfen wird, wenn die Steuererklärung nicht eingereicht wird.

Schätzungsbescheid unter Vorbehalt der Nachprüfung:
Hier ist ein Einspruch nicht unbedingt zwingend, da man auch noch nach Ablauf der Einspruchsfrist die Änderung nach § 164 AO beantragen kann. Aber wehe, wenn das Finanzamt nach ein paar Monaten den „Vorbehalt der Nachprüfung“ aufhebt. Dann müssen Sie innerhalb eines Monats handeln (s. o.).

Verspätungszuschläge: Fast immer sind mit Schätzungsbescheiden Verspätungszuschläge verbunden. Hier ist es ratsam – aber erst nach dem Einreichen der Steuererklärung! -, persönlich oder telefonisch bei dem Finanzbeamten um gut Wetter zu betteln, da die Festsetzung von Verspätungszuschlägen (bis zur Obergrenze von zehn Prozent der festgesetzten Steuer) Ermessenssache ist. Wer hier gleich den Holzhammer auspackt, beißt beim Sachbearbeiter meist auf Granit. Ein bisschen Jammern unter Hinweis auf Krankheiten, Unglücksfälle usw. erweicht manch einen Beamten eher und bringt ihn dazu, den Verspätungszuschlag herabzusetzen – oder im Extremfall sogar komplett zu streichen, wenn es die erste Verspätung war.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

Wann Sie nicht einfach so bei Kunden vorbeifahren sollten

Fahrtenbuchführer müssen ihre Fahrten in drei Gruppen unterteilen, und zwar folgende:

  • Rein berufliche Fahrten = ungekürzter Kosten-Abzug,
  • reine Privatfahrten = gar kein Abzug und
  • Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit = beschränkter Abzug.

Ärgerlich: Wenn man auf dem Weg in die Arbeit zu einem Kunden fährt bzw. auf dem Heimweg, unterliegen diese Fahrten der Abzugsbeschränkung für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit. (FG Münster, 19.12.12, 11 K 1785/11, EFG 2013, 419)

Tipp: Lieber von der Wohnung zum Kunden fahren und wieder zur Wohnung zurück oder vom Betrieb zum Kunden und wieder zum Betrieb zurück, aber niemals auf dem Weg in den Betrieb oder auf dem Weg nach Hause zum Kunden. Dann kann man es so ins Fahrtenbuch eintragen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

Wenn marode Fondsanbieter Geld von Ihnen wollen

Schiffs- und Immobilienfonds werden meist in der Rechtsform der KG betrieben. In den Prospekten wurde eine üppige Gewinnausschüttung (i. d. R. fünf oder sechs Prozent) garantiert, die dann meist ein oder zwei Jahre lang ausgezahlt wird. In Wahrheit sind das freilich gar keine Gewinnausschüttungen, weil kein Gewinn erwirtschaftet wird.

Kann der Fonds solch eine Ausschüttung vom Anleger zurückfordern? Mit solch einer Forderung sehen sich viele Kommanditisten konfrontiert, die sich an notleidend gewordenen Schiffsfonds beteiligt hatten und unechte „Gewinn“-ausschüttungen bekommen haben.

Die Schreiben der Fondsgesellschaft lauten meistens in etwa so: „Sie haben Ausschüttungen erhalten, die Rückzahlungen Ihres Kommanditkapitals darstellen. Sie sind rechtlich verpflichtet, Ihr Kommanditkapital wieder zur ursprünglich vereinbarten Höhe aufzufüllen. Zahlen Sie deshalb bis zum … die erhaltenen Gewinnausschüttungen zurück.“

Interessant: Der Bundesgerichtshof hat nun entschieden, dass solch eine Rückforderung nur dann in Frage kommt, wenn sie von der Satzung vorgesehen ist (BGH, 12.03.13, II ZR 73/11 und II ZR 74/11, amtlich n. v.). Das Urteil sagt freilich nur, dass die Gesellschaft die Ausschüttungen nicht zurückfordern kann. Kommt es endgültig zur Insolvenz, können aber die Gläubiger die Auffüllung verlangen, denn im Außenverhältnis haftet der Kommanditist eben doch bis zur im Handelsregister eingetragenen Haftsumme.

Der Kommanditist muss sich also überlegen, ob er starke Nerven zeigt und die Rückzahlung verweigert in der Hoffnung, dass genug andere Mit-Gesellschafter dumm genug dafür sind, die Gesellschaft mit ihrem Geld zu retten.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering

Eilsache: Bis 31. Mai Vorsteuer für Photovoltaikanlage holen

Wer seine Photovoltaikanlage ab 1. April 2012 in Betrieb genommen hat, wird wahrscheinlich einen Teil des Stroms selbst verbrauchen, weil das wirtschaftlich inzwischen sinnvoller ist als die Einspeisung.

Umsatzsteuerlich wird die Photovoltaikanlage dadurch zu einem „gemischt genutzten Wirtschaftsgut“. Man hat dann ein Wahlrecht, es zu 100 Prozent dem Unternehmen zuzuordnen und somit 100 Prozent Vorsteuerabzug in Anspruch zu nehmen. Dieses Wahlrecht muss man aber bis 31. Mai des Folgejahres ausüben.
Beispiel: Otto hat sich im Sommer 2012 eine Photovoltaikanlage auf das Dach seines Privathauses bauen lassen für 20.000 Euro plus 3.800 Euro Mehrwertsteuer. 30 Prozent des Stroms verbraucht er selbst, 70 Prozent speist er ein. Otto gibt seine private Umsatzsteuererklärung 2012 erst im Juli 2013 ab. Damit ist der Vorsteuerabzug komplett verloren, denn Otto hat die Zuordnungsfrist „31. Mai“ des Bundesfinanzhofs für gemischt genutzte Wirtschaftsgüter verpasst (BFH, 15.12.11, V R 48/10, BFH/NV 12, 808). Otto hätte die Umsatzsteuer­erklärung bis 31. Mai 2013 beim Finanzamt einreichen müssen.

Hinweis: Man kann es natürlich auch nach Fristversäumnis noch probieren, weil viele Finanzämter das BFH-Urteil noch nicht kennen. Wer auf Nummer sicher gehen will, gibt die Umsatzsteuererklärung bei 2012 gekauften Photovoltaikanlagen mit nicht 100 prozentiger Stromeinspeisung rechtzeitig vor dem 31. Mai 2013 ab. Bei vollständiger Einspeisung gilt die Frist nicht, weil die Anlage kein „gemischt genutztes Wirtschaftsgut“ ist und automatisch zum Unternehmensvermögen gehört.
Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Germering